Die Injizierbare MACT (matrixassoziierte autologe Chondrozytentransplantation) behandelt Knieknorpelschäden mit patienteneigenen Knorpelzellen, die in ein Hydrogel eingebettet und mithilfe einer Doppelkammer-Spritze in den Defekt eingebracht werden. Sie baut auf mehr als 20 Jahren Erfahrung mit der autologen Chondrozytentransplantation auf und nutzt moderne Biomaterialien als Alternative zu klassischen kollagenen Trägermatrices.


Ihre eigenen Knorpelzellen werden mit flüssigen Hydrogel-Komponenten kombiniert und in den Knorpeldefekt eingebracht. Dort bildet sich innerhalb von etwa 1 bis 3 Minuten ein festes Hydrogel, das die Zellen im Defektbereich verankert und die Regeneration von Knorpelgewebe unterstützt.
Eine Fachärztin oder ein Facharzt kann Ihnen die bisherigen klinischen Erfahrungen mit der Injizierbaren MACT erläutern und beurteilen, ob diese Behandlung für Ihr Knie geeignet ist.
Der Weg zur Knorpelregeneration mit der Injizierbaren MACT umfasst vier aufeinander abgestimmte Schritte:
Aus einem gesunden, nicht belasteten Bereich des Kniegelenks werden im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) kleine Knorpel-Knochen-Biopsien entnommen und unter kontrollierten Bedingungen zur Herstellungsstätte transportiert.

Die patienteneigenen Zellen werden aus den Biopsien isoliert, im Labor vermehrt und mit einer Hydrogel-Komponente kombiniert. Für die spätere Anwendung wird außerdem eine zweite Komponente (Vernetzer) bereitgestellt, die gemeinsam mit dem Zellprodukt verwendet wird.

Die in ein Hydrogel eingebetteten Knorpelzellen werden zusammen mit dem Vernetzer mithilfe einer Doppelkammer-Spritze in den Defekt injiziert. Innerhalb von etwa 1 bis 3 Minuten bildet das Hydrogel eine stabile Matrix, die die Zellen im Defektbereich verankert. Bei geeigneter Indikation kann die Transplantation arthroskopisch (minimalinvasiv) erfolgen.

Nach der Operation folgt eine Rehabilitationsphase, deren Ablauf unter anderem von der Lage des Knorpelschadens im Gelenk abhängt. Physiotherapie unterstützt die Heilung und den Wiederaufbau der Gelenkfunktion. Der Behandlungserfolg wird durch regelmäßige Nachuntersuchungen, einschließlich MRT-Kontrollen, überwacht.

Jedes Transplantat wird speziell für die jeweilige Patientin bzw. den jeweiligen Patienten hergestellt. Dabei werden weder Antibiotika eingesetzt noch genetische Veränderungen an den Zellen vorgenommen.
Vor der Freigabe wird jedes Transplantat umfangreichen Qualitätskontrollen unterzogen. Dabei werden unter anderem die Reinheit und Sterilität des Produkts, die Vitalität der Zellen sowie knorpelspezifische Qualitätsmerkmale geprüft.
Nur Transplantate, die alle festgelegten Anforderungen an Qualität und Sicherheit erfüllen, werden zur Anwendung freigegeben.


Ob die Injizierbare MACT für Sie geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Größe, Lage und Beschaffenheit des Knorpelschadens spielen auch Ihr Alter, Ihr Aktivitätsniveau, Ihr Körpergewicht und der Zustand Ihres Kniegelenks eine Rolle. Eine Fachärztin oder ein Facharzt kann nach einer gründlichen Untersuchung beurteilen, ob dieses Verfahren für Sie infrage kommt.
Ein Knorpelschaden wird in der Regel von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Orthopädie oder Unfallchirurgie diagnostiziert. Zu Beginn spricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen über Ihre Beschwerden, deren mögliche Ursachen, Ihr Aktivitätsniveau und Ihre Krankengeschichte. Anschließend wird das Kniegelenk untersucht. Zur genaueren Beurteilung werden bildgebende Verfahren eingesetzt, insbesondere die Magnetresonanztomographie (MRT), mit der Knorpel und umliegende Strukturen dargestellt werden können. In einigen Fällen können ergänzende Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, eine Computertomographie (CT) oder eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) erforderlich sein. Anhand der Untersuchungsergebnisse beurteilt Ihre Fachärztin oder Ihr Facharzt die Größe und den Schweregrad des Knorpelschadens und kann gemeinsam mit Ihnen die geeigneten Behandlungsmöglichkeiten besprechen.
Die Rehabilitation hängt in erster Linie von der Lage des Defekts im Knie ab. Nach der Operation benötigen die Knorpelzellen Zeit, um einzuheilen und neues Knorpelgewebe zu bilden, damit der Knorpel seine Aufgabe als Stoßdämpfer wieder erfüllen kann. In der Regel wird das Knie in den ersten 48 Stunden ruhiggehalten; anschließend werden für eine gewisse Zeit Gehhilfen eingesetzt, um das Gelenk zu entlasten, begleitet von physiotherapeutischen Maßnahmen. Der schrittweise Wiederaufbau von Muskulatur zur Stabilisierung des Knies ist ein wichtiger Teil der Rehabilitation und benötigt Zeit. Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt legt die für Sie geeigneten Maßnahmen fest und passt diese an Ihren Heilungsverlauf an.
Sollte die Injizierbare MACT nicht zum gewünschten Behandlungsergebnis führen, können weitere Therapieoptionen in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung für die Injizierbare MACT schränkt spätere Behandlungsoptionen nicht ein.
In Deutschland können die Kosten für zellbasierte Knorpelreparaturverfahren von der gesetzlichen (GKV) oder privaten Krankenversicherung übernommen werden, sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind. Ihr Behandlungszentrum oder Ihre Krankenversicherung kann Ihnen Auskunft darüber geben, ob dies in Ihrem Fall zutrifft.
Wie jede Operation ist auch die MACT mit bestimmten Risiken verbunden. Dazu können beispielsweise Infektionen, Entzündungen, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Blutgerinnsel, Wundheilungsstörungen oder ein unzureichender Behandlungserfolg gehören. Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt wird Sie umfassend über den zu erwartenden Nutzen, mögliche Risiken und verfügbare Behandlungsalternativen informieren.

Nur eine medizinische Untersuchung kann bestätigen, ob die TETEC-Verfahren für Ihr Knie geeignet sind. Diese Verfahren werden bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß (Arthrose) nicht empfohlen.